Gemeinsam getrennt erziehen – Zweites Zukunftsgespräch

Beim zweiten Zukunftsgespräch „Gemeinsam getrennt erziehen“ im Bundesfamilienmisterium am 20. September 2017 ging es erneut darum, wie getrennte Eltern am besten bei der Betreuung ihrer gemeinsamen Kinder unterstützt werden können. Im Mittelpunkt stand dabei die Sicht der Kinder, für die die Trennung der Eltern immer einen extremen Einschnitt ins Leben darstellt. Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley betonte: “ Beide Eltern müssen dabei unterstützt werden, ihre Verantwortung gegenüber dem Kind wahrzunehmen.“

Geladen waren wie beim ersten Zukunftsgespräch am 11. Juli 2017 Vertreter von Mütter- und Väterverbänden, sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Familienrecht und Psychologie. Auch das Väter-Netzwerk war wieder vertreten.

Anhand interessanter Vorträge wurde ein fundierter Einblick in das komplexe Thema gewährt. Unter anderem gab es eine erste Vorstellung von Ergebnissen der Petra-Studie, die in ihrer endgültigen Fassung noch vor dem Jahresende veröffentlicht werden wird. Es wurde sehr deutlich gemacht, dass vor allem die Kinder im Auge behalten werden müssen. Die Ministerin schilderte hierzu Situationen aus ihrem Freundeskreis, die sie persönlich betroffen machen. Bei der heutigen Rechtslage stellen sich oft Situationen ein, die dazu führen, dass ein Elternteil nach der Trennung für das Kind nur noch sehr begrenzt oder nicht mehr verfügbar ist. Verhältnisse die derartige Konflikte befeuern müssen beendet werden. Stattdessen gilt es die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Eltern durch rechtliche Rahmenbedingungen darin unterstützt werden, beide ihrer Verantwortung weiterhin nachzukommen.

„Beide Eltern müssen auch nach einer Trennung gleiche Rechte haben. Ein Machtgefälle darf es nicht geben.“, so André Roßnagel vom Väter-Netzwerk e.V. Mit Hilfe inszenierter Hochstrittigkeiten werde oft von einer Seite versucht die alleinige Kontrolle über das Kind zu erlangen. So werden dringend notwendige Einigungen im Interesse der Kinder verhindert. Die Eltern aber auch die Vertreter des Helfersystems, verlieren dabei völlig den Blick auf die Kinder. Richter und andere Verfahrensbeteiligte müssen besser ausgebildet werden um derartige Vorgänge zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.

Auch beim Unterhalt müsse umgedacht werden. Väter die sich in die Betreuung der Kinder einbringen, dürfen nicht genauso behandelt werden, wie Väter die keinerlei Interesse an ihren Kindern zeigen und die gesamte Betreuung der Mutter überlassen. Hier ist ein wesentlich differenzierteres Vorgehen erforderlich als es heute der Fall ist.

Mit der Gesprächsreihe „Gemeinsam getrennt erziehen“ ist ein wichtiger Dialog zwischen an Lösungen interessierten Beteiligten in Gang gekommen. Wir begrüßen sehr, dass Vätern bei diesem Prozess eine zentrale Rolle zugestanden wird.

 

Bilder: (c) Väter-Netzwerk e.V.

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